ISEK Geisenhausen

„Es ging zum ersten Mal darum, Geisenhausen als Ganzes anzuschauen...“

Geisenhausen war schon seit in den neunziger Jahren in der Städtebauförderung. Da gab es schöne Ergebnisse, aber auch Fehlschläge und Streit – gerade wegen des Marktplatzes. In der Folge ist eine lange Zeit nichts mehr passiert.

Was der ISEK-Prozess Neues gebracht hat war, dass wir zum ersten Mal eine Betrachtung des ganzen Ortes hatten, und nicht mehr nur über den Marktplatz diskutiert wurde. Es ging zum ersten Mal darum, welche Funktionen wo stattfinden sollen, wie man die einzelnen Plätze in ein Gesamtkonzept integrieren und Geisenhausen insgesamt in Zukunft entwickeln kann.

Das Thema, dass Räume fehlten – für Vereine, für die Musikgruppen, auch für Veranstaltungen – hatten wir in Geisenhausen ja vor auch vor dem ISEK schon. Da hat sich eigentlich nur bestätigt, dass die Bürger das auch so sehen, und dass wir da einen akuten Handlungsbedarf hatten. Gleichzeitig war es wichtig, schnell ein erstes Projekt in die Umsetzung zu bringen. Da war das Bürgerhaus war natürlich das ideale Projekt – es war seit Jahrzehnten in der Diskussion, und aus dem ISEK heraus hatten wir eine andere Perspektive für die künftige Nutzung.

Das Haus ist dann auch mit seiner hohen Qualität eine Art Initialzündung gewesen für die nächsten Projekte. Für den Platz vor dem Haus gab es mit dem ISEK im Hintergrund eigentlich nicht mehr viele Diskussionen bei der Planung – da war bei vielen Dingen schon klar, wie es werden soll, und welche Funktion der Platz bekommt.

Natürlich gibt es immer Kleinigkeiten, an denen sich die Geister scheiden: manchen sind es zu wenige Bäume, andere stören sich an den verbliebenen Stellplätzen auf dem Platz.

Insgesamt hat sich durch den ISEK-Prozess und die ersten Maßnahmen auch der eigene Blick verändert – man schaut zum Beispiel bei Städtetouren: wie haben die das da gemacht?

Für uns hat sich gezeigt, dass der Platz und das Haus sich ideal ergänzen. Das hat man zum Beispiel beim Besuch des Kulturmobils gesehen. Da wurde das Haus zum Backstage-Bereich, von dem aus die Schauspieler die Bühne vor dem Haus bespielt haben, was für die Akteure und die Veranstaltung perfekt war, und am Marktplatz so nicht funktioniert hätte.

Auch bei den weiteren Schritten in der Ortsentwicklung sind die Ziele aus dem ISEK präsent: gerade steigen wir in die Planung des Hochwasserschutzes ein, der für die Freizeit- und Naherholungsfunktion an der Kleinen Vils eine wichtige Rolle spielen wird.

Seitdem war das ISEK bei allen Bürgerversammlungen im Hintergrund präsent. Man konnte auf die entwickelten Ideen und Ziele verweisen bei den einzelnen Schritten. Dass es weiterverfolgt wird, ist in Geisenhausen zur Selbstverständlichkeit geworden, und das wird von den Leuten auch wahrgenommen und geschätzt.

1.Bürgermeister Josef Reff, Geisenhausen

Projekte: ISEK Geisenhausen